Fraunhofer ISE Freiburg: Fakten zur Photovoltaik in Deutschland

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Grafik aus: „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ (08.01.2013) / Freiburger Frauenhofer ISE.

Zeitnah zu meinem letzten Artikel zum Strompreis, siehe „Stromrechnung: Die Hälfte für Steuern, Abgaben und Umlagen“ hat das Freiburger Fraunhofer ISE „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ (08.01.2013) veröffentlicht. Erstmals findet sich hier auch eine vertrauenswürdige grafische Darstellung des „aktuellen“ Endkunden-Strompreises 2013, gegliedert nach anteiligen Kosten (siehe Artikelfoto).

Leitfaden zur Photovoltaik
Autor Harry Wirth, Bereichsleiter Photovoltaische Module, Systeme und Zuverlässigkeit beim Fraunhofer ISE in Freiburg, ist dabei ein hochinteressanter, faktenreicher, zugleich hochpolitischer „Leitfaden“ zur Photovoltaik gelungen.

Fakten und Ziele des EEG
„Derzeit wird PV-Strom in Deutschland zu höheren Kosten erzeugt als Strom aus konventionellen Kraftwerken. Als wichtige Stütze der Energiewende wird die PV-Stromproduktion deshalb durch das Instrument des EEG unterstützt. Die Mehrkosten werden auf die Verbraucherstrompreise umgelegt, so dass der Anlagenbetreiber einen wirtschaftlichen Betrieb erreichen kann und Investitionen generiert werden. Ziel des EEG ist weiterhin, die Stromgestehungskosten kontinuierlich zu reduzieren.“

Positive Langfrist-Effekte
Deutlich und detailliert gewürdigt werden die positiven Langfrist-Effekte des EEG, ua. auf Strompreisbildung und Modulpreise. „Für PV-Strom beläuft sich die Summe der Differenzkosten für die Jahre 2000 bis 2020 auf ca. 70 Mrd. Euro. Längerfristig schrumpft diese Summe gegen 0 und wird danach negativ. Damit sichert uns die PV-Umlage langfristig eine Energieversorgung zu vertretbaren Kosten, da abzusehen ist, dass wir uns fossil-nukleare Energie nicht mehr lange leisten können. Unsere Industrie braucht eine Versorgungsperspektive, ebenso die Privathaushalte.“

Keine Subvention, Zwangsabgabe!
Entschieden wehrt sich Wirth jedoch gegen die Behauptung, die PV-Stromerzeugung werde subventioniert, wo doch das EEG ausdrücklich von Umlage spreche: „Energieverbraucher zahlen eine Zwangsabgabe für die Transformation des Energiesystems.“

Preiseinfluss der Politik
Das Ausmaß der Verteuerung und vor allem die Verteilung der Kosten liege indes in der Hand der Politik: „Die Politik legt die Berechnungsgrundlage und den Verteiler für die Umlage fest, beides mit zurzeit nachteiligen Effekten für Privathaushalte.“

Lediglich die Kritik an der Energiepolitik der aktuellen CDU-FDP-Bundesregierung kommt reichlich verklausuliert daher: „Die Politik hat entschieden, energieintensive Industriebetriebe (…) weitgehend von der EEG-Umlage zu befreien und plant, diese Freistellungen in Zukunft auszuweiten. Dies erhöht die Belastung für andere Stromkunden, insbesondere die Privathaushalte, auf die knapp 30% des gesamten Stromverbrauchs entfällt.“

Preissenkende Effekte weitergeben
Auch die Energieversorger werden kritisiert: „Viele EVUs geben aber preissenkende Effekte der PV-Einspeisung bisher nicht an ihre Endkunden weiter.“

Sogar die Frage „Erzeugt PV-Installation nur Arbeitsplätze in Asien?“ wird beantwortet. Allen, die sich ernsthaft mit der Strompreis-Diskussion beschäftigen, sei der Leitfaden, auch deshalb, dringend zur eigenen Lektüre empfohlen.

>>> „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ , Fraunhofer ISE Freiburg, (08.01.2013)

zwischenrufer / 21.01.2013

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