Heizungserneuerung kann teuer werden

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Dirk Lebon, Diplomingenieur, Sachverständiger für Haustechnik und Gutachter für Photovoltaik.

Dirk Lebon (Foto) bearbeitet als Sachverständiger für Haustechnik,  Gutachter für Photovoltaik und Mitglied der Deutschen Sachverständigen Gesellschaft (DESAG) ein breites Themenfeld  rund um private und gewerbliche Immobilien und deren Bewertung. Im Interview mit „Immobilien-Finanzen-Kredite“ gibt der Diplomingenieur aus Kassel wichtige Tipps für den privaten Immobilienkauf.

Herr Lebon,  worauf sollten vor allem private Immobilienkäufer aus Ihrer Sicht verstärkt achten?

In den prosperierenden Städten treibt die ungebrochen hohe Nachfrage die Immobilienpreise.  Private Käufer suchen daher vielfach am Rande der Ballungsräume, wo Immobilien vergleichsweise günstig zu haben sind. Gerade bei „Schnäppchen“ ist Vorsicht geboten, vielfach ist hier der Sanierungsstau, gerade im Bereich der Haustechnik erheblich, finden sich jahrzehntealte Ölheizungen oder heute völlig unwirtschaftliche elektrische Speicherheizungen. Dabei kann schon eine zeitgemäße Heizungserneuerung für ein Einfamilienhaus leicht  30.000 – 40.000 Euro kosten. Wer das vor dem Hauskauf bedenkt, ist gut beraten – und für eventuelle Kaufverhandlungen gut gerüstet.

Ein Gutachten kann Klarheit schaffen?

Wenn der Gutachter tätig wird, ist es meist schon zum Streit gekommen. Ich empfehle, die Immobilien in der engeren Wahl in sachkundiger Begleitung zu besichtigen. Ältere Immobilien sind oft mehrmals – und nicht selten ohne Fachbetrieb – teilsaniert. Ob die Wunschimmobilie nur ein paar Schönheitsreparaturen braucht, erheblicher Sanierungsstau besteht oder einzig eine Kernsanierung wirtschaftlich vertretbar ist, kann kaum ein privater Käufer objektiv einschätzen.

Immer häufiger werden Immobilien mit Solaranlage angeboten. Was sollten Käufer hier zu bedenken?

Prinzipiell ist zwischen Solarthermie, meist zur Heizungsunterstützung, und Solarstrom, also Photovoltaik zur Stromerzeugung, zu unterscheiden. Solarthermische Anlagen mögen den künftigen Bewohnern Heizkosten einsparen helfen, erhöhen aber den Immobilienwert meist nicht. Bei der Photovoltaik hingegen muss jeder Einzelfall gesondert betrachtet werden. Denn PV-Anlagen zur Stromerzeugung und Einspeisung ins öffentliche Netz, wie sie in den letzten Jahren hundertausendfach öffentlich gefördert auf privaten Immobilien installiert wurden, sind genau genommen Gewerbebetriebe. Photovoltaikanlagen werden vom Erwerber oft inklusive Übertragung der Förderung übernommen. Welchen Wert eine PV-Anlage zum jeweiligen Zeitpunkt darstellt, mit welchen Erträgen in der Zukunft realistisch gerechnet werden kann, kann oft nur ein Gutachten im Detail aufzeigen.

Wir dachten, beim Immobilienkauf gilt die Devise „Lage, Lage, Lage“?

Wer eine Immobilie vor allem als Kapitalanlage oder Instrument der Alterssicherung sieht, für den mag diese Grundregel der Immobilienwirtschaft gelten. Wer hingegen eine Immobilie zur Selbstnutzung kauft, folgt anderen Kriterien und hat individuelle Ansprüche. Er sucht einen Ort des Wohlbefindens für sich und seine Familie, will langgehegte Wünsche realisieren. Zugleich darf die künftige Traumimmobilie die eigene Leistungsfähigkeit auch mittel- und langfristig nicht überfordern. Die meisten Menschen kaufen in ihrem Leben nur einmal eine Immobilie. Gut beraten ist man dabei auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Kontakdaten
Dirk Lebon, Dipl.Ing., Kassel
Sachverständiger für Haustechnik
Gutachter für Photovoltaik
www.lebon-photovoltaik-gutachter.de

Quelle: Interview vom 05.01.2015 mit
www.immobilien-finanzen-kredite.de

 

Im Neubau setzt ein Drittel auf erneuerbare Energien

In reichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg ist die Zahl der mit erneuerbaren Energien beheizten Wohnungen deutlich stärker gestiegen, als im Rest der Republik. Quelle: Statistisches Bundesamt / LBS Research

Heizen mit erneuerbaren Energien wird in Deutschland immer beliebter, so meldet der Immobilien Newsticker aus München mit Bezug auf die LBS Research, die aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes aufbereitet hat. Danach hat sich die Zahl der mit Holz, Solaranlagen, Windernergie und Wärmepumpen beheizten Wohnungen von 347.0000 (2002) auf 1.571.000 (2010) mindestens verfünffacht.

Gas nach wie vor beliebt
Zwar machen erneuerbare Energien in der bundesweiten Gesamtschau damit zwar immer noch nur 4% aus, doch der Blick auf die Neubausituation spricht Bände: Bereits ein Drittel der Bauherren entscheidet sich mittlerweile für erneuerbare Energieträger. Lediglich Gas, das von den vergleichsweise geringen Investitionskosten in die Heizungstechnik profitiert, ist mit 53% im Neubau noch beliebter. Öl, Strom und Fernwärme werden nur noch in weniger als 10% aller Neubauten als Primärenergie eingesetzt.

Bayern und Baden-Württemberg vorne
Erstaunlich ist die regional sehr unterschiedliche Entwicklung: Im reichen Süden (Bayern und Baden-Württemberg) investieren Immobilienbesitzer deutlich stärker in erneuerbare Energien als im Norden und Osten der Republik.

Hohe Immoilienpreise, höhere Investitionen
Das hat viel mit den Immobilienpreisen insgesamt zu tun: Wo selbst ein gebrauchtes Haus kaum unter 500.000 EUR zu finden ist, wie in den reichen Ballungsräumen und deren Peripherie, sind 50.0000 EUR für erneuerbare Energietechnik eine vergleichsweise geringer Betrag. In Deutschlands Mitte und im Osten, wo eine vergleichbare Immobilie oft für weniger als die Hälfte zu haben ist, ist die Neigung, hohe Investitionskosten langfristig mit niedrigeren Energiekosten zu verrechnen, deutlich geringer.

Sachsen hat Pelletsförderung verdoppelt
Einzelne Bundesländer haben diesen Zusammenhang verstanden. Im Frühjahr hat die sächsische Landesregierung beispielsweise beschlossen, die eigentlich bundesweit einheitliche Holzpellets-Förderung für sächsische Hausbesitzer einfach zu verdoppeln. Ob solche regionalen Anreize die Marktendenzen umzukehren vermögen, wird sich zeigen.

zwischenrufer / 20.11.2012

Deutschland bei der Holzpellets-Produktion führend

Die Holzpellets-Produktion in Deutschland lag 2011 deutlich über dem Inlandsverbrauch. Grafik: www.depv.de

Pellets-Produktion gestiegen
Gute Zeiten für Pellets-Heizer: In Deutschland wurden auch 2011 wieder europaweit die meisten Holzpellets produziert, meldete schon Ende Januar 2012 der Branchenverband DEPV. Die Gesamtproduktion stieg von 1,75 Mio. (2010) auf  1,88 Mio. Tonnen in 2011. Damit werden weltweit lediglich in den USA und Kanada mehr Holzpellets hergestellt als hierzulande.

 

Angesichts stagnierender Installationszahlen lag der Verbrauch 2011 mit rund 1,4 Mio. Tonnen deutlich unter der Produktion, ein Drittel der deutschen Pellets wurden exportiert.

Günstige Energiepreisentwicklung im direkten Vergleich zwischen Heizöl, Gas und Holzpellets. Grafik: www.depv.de

Hohe Kapazitäten, ganzjährig niedrige Preise
Hohe Qualität und eine moderate, berechenbare Preisentwicklung machten Holzpellets zu einem verlässlichen Energieträger, sagte der geschäftsführende DEPV-Vorsitzende Martin Bentele. Der durchschnittliche Pelletpreis habe im Jahr 2011 durchschnittlich bei 233 EUR/t betragen und sei und damit fast ganzjährig rund 40 Prozent unterhalb des Heizölpreises gelegen.

 

Modell-Familie spart jährlich 1.200 EUR Heizkosten
Für eine vierköpfige Modell-Familie erbrachte das Heizen mit Holzpellets, so eine Berechnung des DEPV,  im Jahr 2011 eine Ersparnis von über 1.200 EUR bei den Heizbetriebskosten bei gleichzeitiger Reduktion von knapp 10 t Kohlenstoffdioxid (CO2) gegenüber einer Ölheizung. Grundlage einer hohen Versorgungssicherheit seien die vielen Produktionsstandorte. Derzeit gibt es bundesweit ca. 60 Pellet-Produzenten an über 70 Standorten.

zwischenrufer / 27.02.2012

Kundendienstmonteure im Dauereinsatz

Heizungsbauer im Notdienst: Harald Jakob (rechts) und Azubi Philipp Engelhardt von der Firma Winter in Wanfried (Werra-Meißner-Kreis).

Winter in Deutschland. Stein und Bein fror in den letzten Wochen in Hessen, aus dem Werra-Meißner-Kreis wurden bis zu -20 Grad gemeldet,  in der ganzen Region Nordhessen sind Heizungen ausgefallen. Vielfach hilft dann nur noch der Notdienst eines fachkundigen Heizungsfachbetriebes, schließlich drohen erhebliche Schäden an Heizung und Leitungen.

 

Oft bis spät in die Nacht waren in den letzten Wochen Kundendienstmonteure  – wie auf unserem Foto Harald Jakob (rechts) und Azubi Philipp Engelhardt von der Firma Winter in Wanfried – im Noteinsatz bei frierenden Kunden. Danke!

zwischenrufer / 14.02.2012