Im Neubau setzt ein Drittel auf erneuerbare Energien

In reichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg ist die Zahl der mit erneuerbaren Energien beheizten Wohnungen deutlich stärker gestiegen, als im Rest der Republik. Quelle: Statistisches Bundesamt / LBS Research

Heizen mit erneuerbaren Energien wird in Deutschland immer beliebter, so meldet der Immobilien Newsticker aus München mit Bezug auf die LBS Research, die aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes aufbereitet hat. Danach hat sich die Zahl der mit Holz, Solaranlagen, Windernergie und Wärmepumpen beheizten Wohnungen von 347.0000 (2002) auf 1.571.000 (2010) mindestens verfünffacht.

Gas nach wie vor beliebt
Zwar machen erneuerbare Energien in der bundesweiten Gesamtschau damit zwar immer noch nur 4% aus, doch der Blick auf die Neubausituation spricht Bände: Bereits ein Drittel der Bauherren entscheidet sich mittlerweile für erneuerbare Energieträger. Lediglich Gas, das von den vergleichsweise geringen Investitionskosten in die Heizungstechnik profitiert, ist mit 53% im Neubau noch beliebter. Öl, Strom und Fernwärme werden nur noch in weniger als 10% aller Neubauten als Primärenergie eingesetzt.

Bayern und Baden-Württemberg vorne
Erstaunlich ist die regional sehr unterschiedliche Entwicklung: Im reichen Süden (Bayern und Baden-Württemberg) investieren Immobilienbesitzer deutlich stärker in erneuerbare Energien als im Norden und Osten der Republik.

Hohe Immoilienpreise, höhere Investitionen
Das hat viel mit den Immobilienpreisen insgesamt zu tun: Wo selbst ein gebrauchtes Haus kaum unter 500.000 EUR zu finden ist, wie in den reichen Ballungsräumen und deren Peripherie, sind 50.0000 EUR für erneuerbare Energietechnik eine vergleichsweise geringer Betrag. In Deutschlands Mitte und im Osten, wo eine vergleichbare Immobilie oft für weniger als die Hälfte zu haben ist, ist die Neigung, hohe Investitionskosten langfristig mit niedrigeren Energiekosten zu verrechnen, deutlich geringer.

Sachsen hat Pelletsförderung verdoppelt
Einzelne Bundesländer haben diesen Zusammenhang verstanden. Im Frühjahr hat die sächsische Landesregierung beispielsweise beschlossen, die eigentlich bundesweit einheitliche Holzpellets-Förderung für sächsische Hausbesitzer einfach zu verdoppeln. Ob solche regionalen Anreize die Marktendenzen umzukehren vermögen, wird sich zeigen.

zwischenrufer / 20.11.2012

Preise für Holz-Brennstoffe 2012 stabil

Die Preisentwicklung bei Holzbrennstoffen für Heizungen und Kaminöfen ist eine gute Nachricht für alle Holz-Heizer und Besitzer eines Kaminofen, wie der aktuelle Preis-Index zeigt.

Während die Preise für Öl, Gas und auch Strom in der letzen Dekade explodiert sind , zeigt sich die Preisentwicklung für einheimische Holzbrennstoffe wie Scheitzholz, Holzpellets und Hackschnitzel im 10-Jahres-Vergleich moderat. Grafik: www.carmen-ev.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die aktuelle Grafik, die uns der bayrische Landesverband des C.A.R.M.E.N. e.V. zur Vergügung gestellt hat, und die abweichend vom üblichen Carmen-Preis-Index auch die Preise für Scheitholz und Hackschnitzel listet, zeigt neben exorbitanten Preis-Steigerungen vor allem beim Heizöl, wie moderat die Endkundenpreise für erneuerbare Holz-Brennstoffe wie Scheitzholz, Holz-Pellets und Hackschnitzel gestiegen sind.

Quelle: www.kaminofen.net

zwischenrufer / 19.11.2012

 

Deutschland bei der Holzpellets-Produktion führend

Die Holzpellets-Produktion in Deutschland lag 2011 deutlich über dem Inlandsverbrauch. Grafik: www.depv.de

Pellets-Produktion gestiegen
Gute Zeiten für Pellets-Heizer: In Deutschland wurden auch 2011 wieder europaweit die meisten Holzpellets produziert, meldete schon Ende Januar 2012 der Branchenverband DEPV. Die Gesamtproduktion stieg von 1,75 Mio. (2010) auf  1,88 Mio. Tonnen in 2011. Damit werden weltweit lediglich in den USA und Kanada mehr Holzpellets hergestellt als hierzulande.

 

Angesichts stagnierender Installationszahlen lag der Verbrauch 2011 mit rund 1,4 Mio. Tonnen deutlich unter der Produktion, ein Drittel der deutschen Pellets wurden exportiert.

Günstige Energiepreisentwicklung im direkten Vergleich zwischen Heizöl, Gas und Holzpellets. Grafik: www.depv.de

Hohe Kapazitäten, ganzjährig niedrige Preise
Hohe Qualität und eine moderate, berechenbare Preisentwicklung machten Holzpellets zu einem verlässlichen Energieträger, sagte der geschäftsführende DEPV-Vorsitzende Martin Bentele. Der durchschnittliche Pelletpreis habe im Jahr 2011 durchschnittlich bei 233 EUR/t betragen und sei und damit fast ganzjährig rund 40 Prozent unterhalb des Heizölpreises gelegen.

 

Modell-Familie spart jährlich 1.200 EUR Heizkosten
Für eine vierköpfige Modell-Familie erbrachte das Heizen mit Holzpellets, so eine Berechnung des DEPV,  im Jahr 2011 eine Ersparnis von über 1.200 EUR bei den Heizbetriebskosten bei gleichzeitiger Reduktion von knapp 10 t Kohlenstoffdioxid (CO2) gegenüber einer Ölheizung. Grundlage einer hohen Versorgungssicherheit seien die vielen Produktionsstandorte. Derzeit gibt es bundesweit ca. 60 Pellet-Produzenten an über 70 Standorten.

zwischenrufer / 27.02.2012

Photovoltaik-Förderung wird zum Stichtag 9. März gekürzt

Die Förderung der Fotovoltaik wird ab dem 9. März 2012 gekürzt.

Endlich haben sich die zuständigen Bundesminister, Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf einen Kompromiß bei der Förderung der Photovoltaik geeinigt. Die Fördersätze für die Solarstromerzeugung sinken nun früher und schneller als geplant.  Große Freiflächen-Kraftwerke über zehn Megawatt erhalten künftig überhaupt keine öffentlichen Hilfen mehr,  bis zum Jahresende soll die Förderung um bis zu ein Drittel abgesenkt werden.

Stichtag 9. März 2012
Dabei werden die Vergütungssätze, die immerhin für 20 Jahre zugesagt werden, nun für Neubauten schrittweise zum Stichtag 9. März zurückgefahren. Die Einspeisevergütung wird für kleine Anlagen auf 19,50 Cent, für größere auf 16,50 und 13,50 Cent je Kilowattstunde gesenkt.

Zubau soll erst ab 2014 sinken
Allerdings: Bei der Deckelung der Neubaukapazitäten konnte sich FDP-Chef nicht durchsetzen. Damit drohen die Kosten für die Stromverbraucher, die die Photovoltaik-Förderung, alleine in 2011 rund 7 Milliarden Euro, über die Stromrechnung gegenfinanzieren, nach wie vor aus dem Ruder zu laufen. Denn alleine im vergangenen Jahr 2011 wurde mit rund 7.500 Megawatt doppelt so viel installiert wie prognostiziert. Erst ab 2014 soll der Zubau jährlich um 400 Megawatt sinken.

Kein „Solarausstiegsgesetz“
Während die Solarstrom-Industrie reflexartig ein „Solarausstiegsgesetz“ beklagt, ist die Kürzung der Förderung für Verbraucher wie Umweltschützer eine gute Nachricht. Denn bei genauem Hinschauen ist – Fukushima hin oder her – nicht nachvollziehbar, warum für die Solarstromerzeugung, die derzeit gerade mal 3% zum Strommix beiträgt, rund die Hälfte des Fördertopfes für erneuerbare Energien ausgeschüttet wird.

Viele Experten sind längst der Ansicht, die staatlichen Förder-Milliarden seien in Solarthermie, Biomasse-Anlagen (Hackschnizel, Holzpellets), Wasser- und Windkraftanlagen oder energetische Bestandssanierung ohnehin besser investiert.

zwischenrufer / 24.02.2012